40 Jahre Contidrom 40 Jahre Contidrom

18.06.2007

"Unsere" Teststrecke Contidrom in der Nähe von Hannover wird 40 Jahre alt. Zeit, auf die Anfänge des Areals zu blicken

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Als 1967 der Reifenhersteller Continental in der Lüneburger Heide bei Celle sein eigenes Versuchs- und Testgelände eröffnete, grenzte dies an eine Sensation. Die Fahrtests, die bisher im öffentlichen Straßenverkehr stattfanden, konnten nun auf sicheren, abgesperrten Strecken durchgeführt werden.

Zu Beginn der Bauarbeiten wurde das bis zum heutigen Tag eindrucksvolle Oval fertig gestellt. Es ist über 2,8 Kilometer lang und hat eine Kurvenneigung von 58 Grad. Das bedeutet, dass die jeweils 900 Meter langen Kurven bis zu einer Geschwindigkeit von 180 km/h ohne Seitenkräfte befahrbar sind.

Das Contidrom ist seit seiner Gründung Teil der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Continental. Seit 1967 wurden hier rund eine Million Pkw- und hunderttausend Lkw-Reifen getestet. Dabei sind die Anforderungen und das Testaufkommen immer umfangreicher geworden. Grund genug, um eine Ausweichlösung für die kalte Jahreszeit zu haben: Im texanischen Uvalde, dem Testgelände der 1989 übernommenen Konzerntochter General Tire, wurde dazu der Kleine Handlingkurs, der große und der kleine Kreis sowie die Schienenbahnen exakt nachgebaut, um die Testergebnisse übertragbar zu machen und den Testingenieuren gleiche Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Unterschiedliche Beläge auf den Geraden bieten außerdem nahezu alle Versuchsvarianten für die Reifenentwicklung. In den weiteren Ausbauphasen kam ein Nass-Handlingkurs für Fahrten im Grenzbereich, eine Schienenbahn für Brems- und Aquaplaningtests, eine Kreisbahn, eine Gelände- und eine Geräuschmessstrecke sowie ein großer Trocken-Handlingkurs hinzu.

Die vielen Testareale des Contidroms werden aber nicht nur von Continental, sondern auch von der Autoindustrie und der AUTO ZEITUNG genutzt, um Fahrzeuge im Grenzbereich zu erproben und zu vergleichen.

Neben diversen Reifentests, die wir unter anderem auch im Contidrom durchführen, prüfen wir hier fast alle unsere Vergleichtstest-Fahrzeuge. Auf unterschiedlichen Straßenbelägen können wir so den Komfort in leerem als auch beladenem Zustand beurteilen, erkennen, ob sich ein Fahrzeug bei schnellen Lastwechseln wie zum Beispiel beim Slalom kritisch verhält und auf dem Handlingkurs wirklich an die Grenzen des Materials und der Fahrphysik gehen. Bessere Testmöglichkeiten finden wir derzeit nirgendwo.

Das Contidrom besteht aus

Kleiner Handlingkurs 1.800 Meter lang, ist eigentlich ein Nasshandlingkurs. Es war der erste Streckenabschnitt, der ausschließlich auf das Bewegen des Wagens im Grenzbereich zugeschnitten war. Im Jahre1972 fertig gestellt, enthält er mehrere 90-Grad-Kurven, darunter eine Hundekurve, in der die Geschwindigkeit erheblich gedrosselt werden muss. Die gesamte Strecke kann mittels Rieselberegnung gleichmäßig bewässert werden.

Großer Handlingkurs Im Sommer 1995 begannen die ersten Fahrversuche auf dem großen Trockenhandlingkurs. Auf 3,8 Kilometer Länge sind hier Geschwindigkeiten von über 160 km/h möglich, die Streckenbreite liegt zwischen sieben und zehn Metern. Fahrzeuge mit deutlich stärkeren Motoren, die mit modernen Fahrwerken im Grenzbereich bewegt werden müssen, brauchten den neuen Kurs. Wegen seiner hohen Geschwindigkeiten ist der Kurs nicht nur bei den Versuchsingenieuren beliebt - auch bei der AUTO ZEITUNG, die Reifen- und Fahrzeugtests durchführen, sind häufige Gäste.

Geländestrecke Seit 2003 gibt es auf dem Contidrom auch eine Geländestrecke. Ausgestattet mit verschiedenen Steigungen, einer Verschränkungs- und Steilbahn sowie einem Wasserbecken ist sie für Versuche mit SUV, SAV und MPV bestens geeignet.

Kreisbahnen Zwei Kreisbahnen unterschiedlicher Größe dienen vor allem dem Reifenversuch auf nasser Straße. Während der eine Kreis mit einem Durchmesser von 200 Metern vor allem die Situation des Aquaplanings bei Kurvenfahrt simuliert, ist der andere mit unterschiedlichen Fahrbahnbelägen ausgestattet, die bewässert werden können.

Abwerfkreis Was passiert, wenn ein voll beladenes Fahrzeug mit Minderluftdruck einem Hindernis ausweichen muss? Ganz einfach: Die Belastung des Reifens an der Kurvenaußenseite nimmt deutlich zu. Um die möglichen Beanspruchungen zu erkennen, fährt ein Pkw oder Lkw mit exakt 55 km/h in die Kreisbahn. Bei jeder Runde wird der Reifendruck um 1/10 bar verringert - bis dass der Pneu buchstäblich von der Felge springt. Das Ergebnis erlaubt Rückschlüsse auf die Sicherheitsreserven des Reifens bei schleichendem Luftdruckverlust.

Schienenbahn Auf der Schienenbahn des Contidroms, die 1985 in Betrieb ging, lassen sich Brems- und Aquaplaningtests durchführen. Dazu werden die Testfahrzeuge an einer Schiene geführt, um bei den Messfahrten den Einfluss der Reibwertunterschiede der Fahrbahnoberfläche zu reduzieren. Je eine Bremsbahn mit Beton- und Asphaltbelag sowie ein Aquaplaningbecken werden für die Versuche genutzt. Beim Aquaplaningversuch wird festgestellt, wann der Wagen bei einer vorher bestimmten Wassertiefe bei welcher Geschwindigkeit nicht mehr ausreichend Wasser aus der Aufstandsfläche ableiten kann und daher aufschwimmt.

Geräuschmessstrecken Um Mobilität möglichst umweltfreundlich zu gestalten, müssen Reifen nicht nur niedrigen Rollwiderstand haben, sondern auch leise abrollen. Diese Eigenschaft wird auf zwei Messstrecken untersucht, die etwas abseits von den übrigen Versuchsstrecken angeordnet sind und auf denen das Reifen- und Fahrbahngeräusch ermittelt wird.

AUTO ZEITUNG

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