40 Jahre BMW M Power: Rückblick auf M1, M3 und M5 40 Jahre M-Power

10.12.2012
Inhalt
  1. geBaut FÜr die rennstrecke
  2. Legendärer Markenpokal
  3. Langstreckentauglich
  4. spieLerischer Fahrspass
  5. VerBindung ZuM Motorsport

Die 1972 gegründete BMW Motorsport GmbH bescherte dem bayrischen Konzern zahllose Rennsiege – und faszinierende Serienautos. Wir fuhren die Stars M1, M3 und M5

Sie sind drei echte Ikonen der BMW-Historie, eigenständig im Charakter und doch Teil einer gemeinsamen Erfolgsgeschichte. Und sie alle führen den Buchstaben M in ihrem Namen – M wie Motorsport. Das ist kein Marketing-Gag, sondern Ausdruck echter Verbundenheit. Denn die drei Autos mit den eher schlichten Bezeichnungen M1, M3 und M5 entstanden in jener BMW Motorsport GmbH, die unter der Führung von Jochen Neerpasch im Jahr 1972 ihre Arbeit aufnahm und die heute als BMW M GmbH firmiert. Diese Tochtergesellschaft sollte die Bayern auf den Rennstrecken der Welt erfolgreich vertreten – und das tat sie von Beginn an mit großem Erfolg: Schon in der ersten Saison 1973 gingen die Titel in der Tourenwagen-EM und in der Formel 2 an die Münchner. Die Entwicklung eigenständiger Straßenautos stand dagegen zunächst nicht auf der Agenda. Das änderte sich 1978, als mit dem BMW M1 ein neues Basisauto für den Motorsport entstand.

 

geBaut FÜr die rennstrecke

Dieser Erstling der M-Sportler steht natürlich auf der Poleposition zu unserer Jubiläumsausfahrt auf dem Nürburgring. Flach, breit und kantig – schon die Optik des leuchtend rot-orange lackierten BMW M1 lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass die Rennstrecke sein eigentliches Revier ist.

Mehr Auto-Geschichten: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNGDas kostenlose Newsletter-Abo der AUTO ZEITUNG

Der Einstieg ist entsprechend eher etwas mühsam. Doch wer sich schließlich erfolgreich in den sportlich geformten Sitz hat fallen lassen, braucht nicht lange, um im übersichtlichen Cockpit Orientierung zu gewinnen. Im direkten Blickfeld des Fahrers liegt der Drehzahlmesser, auch das ein klarer Verweis auf die Renn-Gene. Wer braucht auf der Piste schon einen Tachometer? Der ist zwar natürlich auch vorhanden – und er ist noch nicht einmal klein. Trotzdem hängen die Augen des Fahrers nach dem Griff zum Zündschlüssel meist am Drehzahlmesser, dessen roter Bereich knapp über 6500 /min markiert ist. Der markante Sound des Sechszylinder-Mittelmotors ist im Innenraum allerdings schon weit unterhalb dieser Grenzlinie absolut dominant. 277 PS leistet das 3,5-Liter-Triebwerk – im Vergleich zu aktuellen Supersportwagen wirkt dieser Wert bescheiden. Doch in Kombination mit einem Leergewicht von nur 1300 Kilogramm reicht die PS-Zahl auch heute noch für durchaus beeindruckende Fahrleistungen.

Das Handling ist sehr direkt, doch bei der Grenzerkundung sollte der Fahrer genau wissen, was er tut. Elektronische Helfer wie ESP oder ABS sucht man in diesem Auto noch vergebens. Vorsicht ist also angebracht – besonders mit diesem kostbaren Museumsstück auf der anspruchsvollen Nordschleife des Nürburgrings.

 

Legendärer Markenpokal

Mit der Rennversion des M1 schrieb die BMW Motorsport GmbH Geschichte – trotz einiger Anfangsprobleme: Zur Homologation in der Gruppe 4 waren 400 gebaute Exemplare notwendig. Dieses Ziel wurde vor Beginn der Saison 1979 verpasst, nachdem Lamborghini in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Bei den Italienern hätte der M1 ursprünglich produziert werden sollen. Das Projekt geriet in Zeitverzug. Um trotzdem mit der Neukonstruktion auf den Rennstrecken starten zu können, erfand Jochen Neerpasch mit der Procar-Serie eine eigene, spektakuläre Rennserie: Im Rahmenprogramm der F1-Rennen starteten Grand-Prix-Stars gegen Tourenwagen-Profis und Nachwuchsfahrer in identischen, 470 PS starken M1. Der Markenpokal wurde zu einem weltweiten PR-Coup für BMW. Und nach erfolgter Homologation zeigte sich ab 1980, dass der Renner auch im internationalen Motorsport die Erwartungen seiner Erbauer erfüllen konnte. Selbst bei Rallyes sorgte der BMW M1 für Furore.

 

Langstreckentauglich

War der M1 noch ausschließlich mit Blick auf die Rennstrecke hin entwickelt worden, sahen sich die Macher der BMW Motorsport GmbH 1984 einer gänzlich anderen Aufgabe gegenüber: Der Oldtimer-Rallye: Mit dem BMW M535i 2000km quer durch Deutschland sollte die Grenzen einer sportlichen Reiselimousine neu definieren – ganz ohne rennsportliche Ambitionen. Dennoch gibt es zwischen M1 und M5 eine große Gemeinsamkeit, nämlich den Motor. Die Ingenieure verpflanzten den Sechszylinder in die 5er-Karosse. Was dabei herauskam, setzte Mitte der 80er-Jahre Maßstäbe, denn die 286 PS sorgten für Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau.
PAGING
Wer aus dem M1 in diesen Wagen umsteigt, erlebt ein bemerkenswertes Kontrastprogramm – trotz des identischen Triebwerks. Wo sich der Mittelmotor-Bolide laut, hart und unbequem zeigt, verwöhnt der BMW M5 seine Insassen mit allerlei zeitgenössischem Komfort. Die Sitze scheinen mehr auf Langstreckentauglichkeit denn auf optimalen Seitenhalt hin entwickelt. Und auch das Fahrverhalten wirkt fast ein wenig behäbig – deutliche Seitenneigung der Karosserie in Kurven inklusive. Im Vergleich mit seinen ausgesprochen dynamischen Brüdern fällt es dem roten M5 auf dem Nürburgring in diesen Punkten einfach schwer zu glänzen. Doch der drehfreudige Motor zaubert dem Fahrer dennoch immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

 

spieLerischer Fahrspass

Nach dem Umstieg in den BMW M3 wird aus diesem Lächeln indes schnell ein breites Grinsen – zumal in der 238 PS starken Top-Version namens Sport Evo. Im Gegensatz zum M5 war diese Limousine dazu erdacht, auf den Rennstrecken der Welt Erfolge einzufahren. Und das merkt man schon der Serien-Variante deutlich an: Der kompakte BMW wirkt gut trainiert, der Motor hat mit den 1200 Kilo Gewicht des Autos leichtes Spiel – und das Fahrverhalten erscheint auch heute noch zeitgemäß. Dieser BMW M3 lässt sich geradezu spielerisch um Ecken bewegen. Und von denen gibt es auf der Nordschleife ja eine ganze Menge. Für Spaß ist damit zum Abschluss unserer Tour wahrlich gesorgt.

Mehr Faszination: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNGDas kostenlose Newsletter-Abo der AUTO ZEITUNG

Dass der erste M3 heute bei BMW-Fans immer noch heiß geliebt ist, hängt sicher auch mit seinen motorsportlichen Meriten zusammen: Wie kein anderes Auto prägte der BMW M3 ab 1987 für Jahre das Geschehen im internationalen Tourenwagen-Sport – inklusive Gesamterfolgen in der DTM, Tourenwagen-EM und Tourenwagen-WM. Stars wie Johnny Cecotto, Joachim Winkelhock oder Roberto Ravaglia drifteten sich mit dem BMW in die Herzen der Fans.

 

VerBindung ZuM Motorsport

„Eine Firma ist wie ein Mensch. Treibt sie Sport, so ist sie durchtrainiert, begeisterungsfähig, leistungsfähiger“, sagte BMW-Verkaufsvorstand Robert A. Lutz 1972 zur Gründung der Motorsport GmbH. Das war auf die Renneinsätze des damals jungen Unternehmens gemünzt, gilt aber auch für die Straßenautos mit dem M. Denn so unterschiedlich sich M1, M3 und M5 auch präsentieren mögen – alle drei sind spannende Interpretationen des Themas Sportlichkeit. Und am Ende der kleinen Zeitreise zum 40. Geburtstag der BMW M GmbH bleibt die Erkenntnis, dass sie alle ohne Motorsport nie entstanden wären.
Dieter Serowy

TECHNIK      

BMW M1 BMW M5 BMW M3 Sport Evolution
Motor R6-Zylinder, 4-Ventiler R6-Zylinder, 4-Ventiler R4-Zylinder, 4-Ventiler
Hubraum 3453 cm³ 3453 cm³ 2467 cm³
Leistung 204 kW / 277 PS bei 6500 /min 210 kW / 286 PS bei 6500 /min 175 kW / 238 PS bei 7000 /min
Max. Drehmoment 330 Nm bei 5000 /min 340 Nm bei 4500 /min 240 Nm bei 4750 /min
Getriebe 5-Gang-Getriebe 5-Gang-Getriebe  5-Gang-Getriebe
Antrieb Hinterrad Hinterrad  Hinterrad
Aufbau Stahlrohr-Gitterrahmen, Kunststoff-Karosserie    
 Fahrwerk Doppelquerlenker, Federn, Dämpfer, Stabi v.: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabi.;
h.:Schräglenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabi.
v.: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabi.;
h.: Schräglenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabi.
Bremsen rundum:
innenbelüftete Scheiben
v.: innenbel. Scheiben
h.: Scheiben
 v.: innenbel. Scheiben
h.: Scheiben
L/B/H 4360 / 1824 / 1140 mm 4620 / 1700 / 1400 mm 4345 / 1680 / 1370 mm
Radstand 2560 mm 2625 mm 2565 mm
Leergewicht 1300 kg  1430 kg  1200 kg
FAHRLEISTUNG & VERBRAUCH      
0-100 km/h 5,6 s  6,5 s  6,5 s
Höchstgeschw. 262 km/h  245 km/h  248 km/h
KOSTEN      
Grundpreis ca. 100.000 Mark (1978)  80.750 Mark
(1984)
 ca. 85.000 Mark (1990)

AUTO ZEITUNG

Zmarta Autokredit
Autokredit

Jetzt den günstigsten Autokredit finden

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.