24h Le Mans 2008 Aller guten Dinge sind drei

17.02.2009

Audi feiert mit dem R10 TDI den dritten Sieg in Folge beim Langstreckenklassiker im französischen Le Mans. Peugeot bleiben nach langer Führung nur die Ränge zwei, drei und fünf. Porsche holt in der kleineren LMP2-Klasse souverän den Doppelsieg

Solch ein spannendes Rennen hatte wohl niemand der rund 258.000 Zuschauer erwartet. Vorjahressieger Audi und das zum zweiten Mal mit einem Selbstzünder angetretene Peugeot-Team lieferten sich mit ihren Diesel-Rennwagen eine packende Schlacht um die Krone von Le Mans. Bis kurz vor Schluss war das Rennen an der Spitze völlig offen.

Peugeot dominiert Qualifying und Rennbeginn

Zunächst sah es ganz nach einer Triumphfahrt der Peugeot-Phalanx aus, denn die war in der Qualifikation nicht zu schlagen gewesen. Fünf Sekunden fehlten den Ingolstädtern auf die 908 HDi FAP. Auch zu Beginn des Rennens legten die drei 908 HDi FAP mit rund 750 PS Leistung ein Tempo vor, das das Audi-Trio nicht mitgehen konnte. Doch in der Nacht zahlten sich die Zuverlässigkeit des Autos und die Erfahrung des Audi Sport-Teams aus: Um 5:17 Uhr am Sonntagmorgen übernahm der R10 TDI mit der Startnummer 2 die Gesamtführung nach anhaltendem Regen und einer Kollision von Peugeot beim Überrunden. Bis zum Ziel sollten die Fahrer Allan McNish, Tom Kristensen und Rinaldo Capello diese Position nicht mehr aus der Hand geben.

Erfahrung zahlt sich aus

Vor allem in der zweiten Hälfte des Rennens zahlte sich die Erfahrung der Mannschaft um Teamchef Reinhold Joest, den technischen Direktor Ralf Jüttner und Audi Sport-Leiter Wolfgang Ullrich aus. Bei ständig wechselnden Witterungsbedingungen behielten die Deutschen die Nerven und wechselten stets zur richtigen Zeit auf Intermediates, Regenreifen oder wieder auf Slicks. Nur eine Kollision gegen Mittag des zweiten Renntages brachte kurzzeitig Unruhe ins Audi-Lager. Spitzenreiter Tom Kristensen kollidierte beim Überrunden mit einem langsameren LMP2-Auto (Reglement zu den vier Klassen: siehe unten). Im Gegensatz zum Nachzügler, der eine neue Front verpasst bekam, musste der Audi nur zum Reifenwechsel an die Box und kehrte anschließend auf Position eins wieder ins Rennen zurück.

Über die gesamte Renndistanz von knapp 5.193 Kilometern (Siegerauto) lagen der schlussendlich siegreiche Audi und der zweitplazierte Peugeot nie mehr als eine Runde auseinander - beim Zieleinlauf trennten die beiden Diesel-Fahrzeuge 4:31 Minuten. Das Podium komplettierte ein weiterer Peugeot, unter anderem mit dem Österreicher Christian Klien am Steuer. Auf Platz vier fuhren die Audi-Youngstars Lukas Luhr, Mike Rockenfeller und Alexandre Prémat, Endposition fünf konnte der dritte Peugeot für sich verbuchen. Platz sechs ging an Vorjahressieger Marco Werner (mit Frank Biela und Emanuele Pirro).

Der Diesel-Macht von Audi und Peugeot hatten die anderen LMP1-Autos nur wenig entgegenzusetzen. Einzig Stefan Mücke landete im zweiten Qualifying mit seinem Lola Aston Martin einen kleinen Achtungserfolg. Mit einer Rundenzeit von 3:25.158 Minuten war er 69 Tausendstel schneller als der Audi von Frank Biela, Emanuele Pirro und Marco Werner. Der beste Nicht-Diesel im Rennen war der Pescarolo Judd mit Primat, Tinseau und Treluyer von Le Mans-Urgestein Henri Pescarolo.

Mit dem diesjährigen Erfolg bei der 76. Auflage der 24 Stunden von Le Mans feierte Audi seinen achten Sieg bei zehn Starts in Le Mans, nur Porsche konnte mehr Siege beim Langstreckenklassiker im Nordwesten von Frankreich einfahren.

Porsche in der LMP2-Klasse mit Doppelsieg

Die Stuttgarter waren zwar dieses Jahr nicht direkt mit von der Partie, freuten sich aber über den Doppelsieg der beiden privat eingesetzten RS Spyder in der LMP2-Klasse. Für das Team Van Merksteijn Motorsport griffen neben Peter van Merksteijn Ex-Formel 1-Fahrer Jos Verstappen und Langstreckenprofi Jeroen Bleekemolen ins Lenkrad des 476 PS starken Sportwagen aus Zuffenhausen. Zwei Runden Rückstand hatte das Essex Team mit John Nielsen, Caspar Elgaard und Porsche-Werksfahrer Sascha Maasen bei der Zieldurchfahrt.

In der GT2-Klasse musste sich Porsche allerdings den Ferrari F430 GT geschlagen geben. Ex-Formel 1-Fahrer Mika Salo gewann die kleinste Klasse von Le Mans, Pierre Kaffer landete auf Platz drei, der beste Porsche lag bei Rennende auf Position fünf. eng

Die Ergebnisse im Überblick

LMP1-Klasse/Gesamtergebnis Top Ten
(Sportprototypen, bis zu 750 PS, mindestens 900 Kilogramm (z.B. Audi R10 TDI, Peugeot 908 HDi FAP)

1. Capello/Kristensen/McNish (Audi R10 TDI), 24:00:24,805 Stunden
2. Gené/Minassian/Villeneuve (Peugeot 908 HDi FAP), +4.31,094 Minuten
3. Montagny/Zonta/Klien (Peugeot 908 HDi FAP), - 2 Runden
4. Luhr/Prémat/Rockenfeller (Audi R10 TDI), - 7 Runden
5. Lamy/Sarrazin/Wurz (Peugeot 908 HDi FAP), - 13 Runden
6. Biela/Pirro/Werner (Audi R10 TDI), - 14 Runden
7. Primat/Tinseau/Treluyer (Pescarolo Judd), - 19 Runden
8. Ayari/Duval/Groppi (Courage-Oreca Judd), - 24 Runden
9. Mücke/Enge/Charouz (Lola Aston Martin), - 27 Runden
10. Verstappen/Van Merksteijn/Bleekemolen (Porsche RS Spyder), - 27 Runden

LMP2-Klasse
Sportprototypen, bis zu 475 PS, mindestens 825 Kilogramm (z.B. Porsche RS Spyder, Dome Judd, Lola Mazda, Pescarolo Judd)

1. Verstappen/Van Merksteijn/Bleekemolen (Porsche RS Spyder)
2. Nielsen/Elgaard/Maassen (Porsche RS Spyder)
3. Ragues/Lahaye/Cheng (Pescarolo Judd)

LMGT1-Klasse
Stark modifizierte Seriensportwagen, bis 650 PS, 1.125 bis 1.325 Kg (z.B. Corvette, Aston Martin DBR9, Lamborghini Murciélago, Spyker)

1. Brabham/Garcia/Turner (Aston Martin DBR9)
2. Fellows/OConnel/Magnussen (Corvette C6 R)
3. Gavin/Beretta/Papis (Corvette C6 R)

LMGT2-Klasse
Leicht modifizierte Seriensportwagen mit 450 bis 570 PS, 1.125 bis 1.325 Kg (z.B. Porsche 911 GT3 RSR, Ferrari F430 GT)

1. Melo/Salo/Bruni (Ferrari F430 GT)
2. Malucelli/Ruberti/Babini (Ferrari F430 GT)
3. Ehret/Kaffer/Nielsen (Ferrari F430 GT)

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