Audi Qualitätssicherung: Auf Abnahmefahrt in TT, Lamborghini Huracan und Co. Qualitäts-Kontrolle

21.09.2014

Audi legt viel Wert auf gute Verarbeitung. AUTO ZEITUNG begleitete Werner Zimmermann und sein Team bei Erprobungsfahrten

Die Arbeit von Werner Zimmermann, Leiter der Qualitätssicherung bei Audi, erinnert ein wenig an die frühere Arbeit von Eduard Zimmermann in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Nur dass Werner Zimmermann bei Audi jedem Täter, der nicht sauber arbeitet, auf die Spur kommt. Denn er deckt jeden Qualitätsmangel auf. „Sieben Autos haben wir diesmal dabei. Alle Modelle dieser Flotte werden auf Herz und Nieren geprüft. Das Spektrum reicht vom A3 g-tron über A3 e-tron, A6 und den Audi TT 2014 bis zum Lamborghini Huracán. Der Audi TT, den wir fahren, stammt aus der Vorserie, hat aber schon einen erstaunlich hohen Reifegrad erreicht. Das macht Freude“, nickt Zimmermann wohlwollend und streicht über Interieur und Lenkrad.

 

Audi Qualitätssicherung: Viel Aufwand für Top-Qualität

Nur der sehr sportlich sonore Sound, der von einem leichten Brummen begleitet wird, gefällt dem Ingenieur noch nicht. Die künftigen Abgasanlagen „rüsten wir mit Klappen aus, dann ist das Brummen weg“. Alles wird bei den Fahrzeugen geprüft: Motorkapselung, Stirnwand-Dämmung, Leder oder – je nach Auto – Holzqualität der Armaturenbrettoberflächen. Beim TT 2.0 TDI missfällt ihm ein leichtes Schütteln. „Das muss noch abgestellt werden!“ Dazu sollen die Getriebelager beim Fronttriebler geändert werden.

Die sprichwörtliche Verarbeitungsqualität von Audi hat ihren Preis. Zimmermann und seine Truppe sind das ganze Jahr über weltweit unterwegs. Allein mit den Qualitätsabsicherungsfahrten der e-tron-Modelle hat das Team bislang über 535.000 km zurückgelegt. Denn insbesondere bei der Elektromobilität fehlen bislang die Erfahrungen.

Halten die Batterien bei Kälte oder Hitze gleich lang, funktionieren die Kühlsysteme der Batterien, verläuft die Bremsenergie-Rückgewinnung weich genug, passt die Anbindung des Doppelkupplungsgetriebes? Beim A3 e-tron soll beispielsweise der automatische Ausfahrmechanismus des Audi-Logos, das den Stromkabelanschluss verdeckt, noch überarbeitet werden. Hier ist Zimmermann mit dem Arretierungsschalter noch nicht zufrieden. „Wir optimieren ständig, deshalb sind die Testkilometer so wichtig.“

Sensibel achtet der Qualitäts-Guru auch auf Geräusche, etwa Klappern. Die Sonnenblende verursacht rechts beim Anklappen ein leichtes Klappergeräusch – viele würden dies gar nicht wahrnehmen. Akribisch nimmt Zimmermann Fugen- und Spaltmaße unter die Lupe, fährt mit dem Finger darüber, um die Verläufe nachzuvollziehen. Beim A3 beanstandet er die Passung der Tankklappe. Alles wird im Protokoll festgehalten. „Wir entscheiden, wie lange wir die Autos fahren.

Das ist ein wesentlicher Baustein zur Qualitätssicherung der Audi-Fahrzeuge.“ Auch die Lamborghini-Modelle nimmt sich das Ingolstädter Qualitäts-Team vor. Zimmermann nickt anerkennend. Den Huracán kann man „als sehr reif“ bezeichnen. Diskussionen gibt es noch um die Sitzhöhe. Vielleicht könnte der Sitz um acht Millimeter nach unten versetzt werden. Ansonsten große Zufriedenheit.

Am Ende folgt die Abschlussbesprechung mit seinem Team. Hier wird alles noch einmal protokollarisch festgehalten und besprochen, dann werden die nötigen Maßnahmen in die Wege geleitet. Wie sagt Zimmermann: „Qualität kommt nicht von allein. Sie muss hart erarbeitet werden.“

Volker Koerdt

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