20 neue VW bis 2013 Heiße Wolfsburger

31.05.2010

Drei Jahre bis zum neuen VW Golf VII. In dieser Zeit sprudeln bei VW die Neuheiten. Wir enthüllen die Details der Wolfsburger Modellplanung

Bis 2018 will VW-Boss Martin Winterkorn, bei VW meist nur „Wiko“ genannt, den Branchenriesen Toyota überholen. Nicht nur beim Absatz und beim Geldverdienen. „Bis dahin wollen wir auch die Nummer eins bei Kundenzufriedenheit und Qualität sein.“ Es wird haufenweise neue Modelle geben, darunter einige Überraschungen, die wir gleich erklären. Und natürlich wird der Golf-Nachfolger, das Aushängeschild der Marke, wieder im Mittelpunkt stehen.

2013 kommt der VW Golf VII
Wir reden über den Golf VII, der Mitte 2013 startet. Diesmal ist wirklich alles neu, denn erstmals nutzt der Bestseller die Technik des modularen Querbaukastens (MQB) des Konzerns. Erstmals heißt aber nicht erster, denn die MQB-Premiere gibt es schon Anfang 2012 im neuen Audi A3.

Das Prinzip des MQB ist schnell erklärt. Das ist quasi ein moderner Stabilbaukasten für Kompakt- und Mittelklasseautos mit vorn quer eingebauten Motoren. Hier ist alles flexibel: Fahrzeuglänge, Breite, Höhe, Radstand, Spurweite. Das gesamte Fahrwerk, der komplette Antriebsstrang. MQB taugt für jede Karosserieversion. Das System verkürzt die Entwicklungszeiten um Jahre und spart Milliarden Euro an Produktionskosten.

Jetzt zum Golf-Nachfolger. Der sieht viel massiver und viel trainierter aus als bisher, finden wir. Das liegt schon an den kürzeren Karosserieüberhängen, die der neue Baukasten erlaubt. In der Länge bleibt der VW Golf bei rund 4,20 Metern, wird aber zwei Zentimeter breiter (1,80 m). Der Radstand wächst um gleich acht Zentimeter, was voll der zweiten Sitzreihe und dem Laderaum zugute kommt. Und die auffällige Schnittigkeit des Neuen, dessen Design jetzt bestätigt ist, soll für den besten cW-Wert der Klasse sorgen: unter 0,3.

Der neue Golf wir rund 100 Kilo leichter
Feinheiten gefällig? Beachten Sie die neue „Tornado-Linie“ unterhalb der Türgriffe, die stark abfallende Front, die flachere, abgesenkte A-Säule und die kleinen Seitenfenster in den Vordertüren, die mehr Übersicht beim Abbiegen bringen. Deshalb sitzen die Außenspiegel nun auf den Türen. Neu sind auch die in die Scheinwerfer auslaufende untere Chromleiste des Kühlergrills und die LEDs. Besonders stolz sind die Techniker auf ihre Gewichtsdiät – das Auto wiegt über 100 kg weniger als das aktuelle Modell! Beim Abhungern hilft der gezielte Einsatz von hochfesten Stählen, die den Materialaufwand deutlich reduzieren. Und in der Praxis soll es durch die neue Leichtigkeit Verbrauchsvorteile von bis zu 20 Prozent geben.

Diesel bis zu 200 PS
Dazu passt, dass bei den Motoren die starken Kleinen mehr zum Zuge kommen. Beschlossen ist, dass der supersparsame, nur 1,2 Liter große Dreizylinder-Diesel, der bereits im VW Polo wirkt, in den Golf darf. Seine Leistung, derzeit 75 PS, wird dazu etwas angehoben. Darüber rangieren die bekannten 1,6-Liter mit 90 und 105 PS sowie die Zweiliter mit 140 und 170 PS. Im neuen GTD-Sportler soll schon der doppelt aufgeladene Zweiliter-TDI (im T5 mit 180 PS) antreten, dessen Laufkultur noch verfeinert wird. Leistung: rund 200 PS.

Bei den Benzinern ist der direkteinspritzende 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 105 PS gesetzt, dazu der 1,4-Liter (EA 111) mit rund 125 PS und der doppelt aufgeladene 1,4-Liter (Kompressor/Turbo) mit gut 160 PS. Übrigens: Der 1,4-Liter wird gerade komplett überarbeitet. Der Neue (EA 211) bietet weniger Reibungsverluste, weniger Verbrauch und mehr Kompatibilität mit anderen Komponenten – inklusive Hybrid- und Elektrotechnik.

Die Leistung des neuen GTI dürfte mit dem umgerüsteten EA 888-Zweiliter von 210 PS auf mindestens 220 PS steigen. Reicht völlig, denn durch die Gewichtsdiät ergeben sich ohnehin bei allen Modellen bessere Fahrleistungen und verschärfte Kurvenkünste. „Der Neue geht unglaublich um die Ecken“, schwärmen die Wolfsburger.

Hybrid und E-Version
Und weil sich VW „bei der Elektromobilität an die Spitze der Bewegung“ (Winterkorn) setzen will, ist als erstes auch eine Hybridversion des Golf geplant, der Verkauf soll noch 2013 beginnen. Ihr Antriebssystem kombiniert einen rund 85 kW starken Elektromotor mit einem Benziner – hier kommt der beschriebene neue 1,4-Liter als einfacher Turbo mit rund 120 PS zum Einsatz. Im reinen Elektro-Modus, per Knopfdruck wählbar, liegt die Reichweite bei über 50 Kilometern. Die dazugehörige Lithium-Ionen-Batterie lässt sich per Kabel (Plug-in-Prinzip) an einer 230-V-Steckdose aufladen. Mit nur wenig Abstand folgt dann schon der reine Elektro-Golf, der mit größerer Batterie eine Reichweite von über 150 km bieten soll.

Zum Genfer Salon 2011 kommt das Golf Cabrio

Bis 2013 ist ja noch ziemlich lange hin, finden Sie? Okay, wie wäre es mit einem schönen Happen zwischendurch? Wir denken an das neue Golf Cabrio, das VW auf dem Genfer Salon im März nächsten Jahres vorstellt und dann im Sommer verkaufen will. Es nutzt noch die aktuelle Golf VI-Plattform, alles andere ist aber komplett neu. Natürlich mit Stoffdach, voll versenkbar.

Aber nix „Henkelkörbchen“-Design – das Cabrio kommt ohne den früheren Riesenbügel aus. Denn wie Eos und Beetle Cabrio nutzt der offene Golf ein aktives Überrollschutzsystem, das im Ernstfall über Crash-Sensoren in nur 250 Millisekunden breite Schutzbügel nach oben ausfährt.

Die Linie des Neuen, auf Wunsch mit Verdeck-Vollautomatik, ist zudem flacher und schnittiger als bisher, die Diesel- und Benzinmotoren beginnen bei 105 PS. Bei 170 PS ist Schluss, und die Preise sollen, wie aus Wolfsburg zu hören ist, „auf keinen Fall abheben“. Das hören wir gern, und das bringt uns zu den Nachfolgern des VW Beetle, der eine feste Fangemeinde hat. Um das Golf Cabrio nicht zu stören, erscheint Mitte nächsten Jahres zuerst das Beetle Coupé auf der aktuellen Golf VI-Plattform.

Zweite Auflage des New Beetle
Das Cabrio wird im Herbst vorgestellt, kommt aber erst im April 2012 auf den Markt. VW hofft auf einen zweiten Frühling des Beetle, denn die Neuen sehen nicht nur besser aus, sondern sind auch praktikabler. Statt rundlicher Knuddeligkeit gibt es ein maskulineres Design mit stärkeren Anklängen an den Ur-Käfer, dazu eine ladefreundlichere, größere Heckklappe und sparsame Benzin-Direkteinspritzer wie den erwähnten 1,2-Liter mit 105 PS und die neuen 1,6- und 2,0-Liter-TDI (90, 105 und 140 PS) mit Common-Rail-Einspritzung.

Die kräftigste Beetle-Variante wird den 210 PS starken Motor aus dem VW Golf GTI adidas am Wörthersee 2010 bekommen, dazu DSG. Für Retro-Fans sind Weißwandreifen erhältlich. Spaß für günstiges Geld soll auch ein Auto bieten, bei dem der neue VW-Partner Suzuki mitspielt, an dem die Wolfsburger für 1,7 Milliarden Euro knapp 20 Prozent der Anteile erworben haben. Ein Spezialist für Klein- und Kleinstwagen – und jetzt werden alle Modelle und Technologien der japanischen Marke auf Synergiechancen gecheckt.

Kleines SUV von Suzuki und VW
Erste Kooperations-Idee ist ein kleines City-SUV unterhalb des Tiguan, das VW, so die Überlegungen, auf einer Suzuki-Vorlage ab 2013 starten könnte. Basis ist ein munteres Crossover-Modell der Japaner. Wir reden vom SX4, dem 4,12-Meter-SUV. Gutes Polo-Format. Es gibt ihn mit und ohne Allradantrieb, mit 120 Benzin- und 135 Diesel-PS und schon ab knapp 16.000 Euro.

Derzeit wird das Auto bei VW quasi seziert: Crashsicherheit, Fahrwerksqualität und eine mögliche Motorenkompatibilität. Was hier passt und was nicht. Denn die modernen Wolfsburger TSI- und TDI-Motoren, zum Beispiel der 1,2-Liter-Turbo mit 105 PS oder der 1,6-Liter-Selbstzünder, sollen hier im Spiel sein.

Diese VW-Neuheiten kommen noch 2010
Längst in den Startlöchern stehen natürlich die aktuellen Kandidaten für 2010. Im Juni zum Beispiel rollen CrossPolo und VW Cross Golf an die Linie: dezente Höherlegung für die chefmäßige Sitzposition, Dachreling und eine kratzfeste, rustikale Rundumverkleidung mit stilisiertem Unterbodenschutz. Den CrossPolo gibt es ab 16.550 Euro, das Golf-Pendant, Basis ist hier der höher bauende und geräumigere Golf Plus mit „Schlechtwegefahrwerk“, ab 24.150 Euro.

Dann haben wir noch zwei Polo-Kandidaten – sie sind jedoch extrem unterschiedlich. Den alternativen Sparer markiert im Juni der BiFuel für 16.325 Euro, dessen 1,4-Liter-Vierzylinder wahlweise mit Autogas (LPG/82 PS) oder Superbenzin (85 PS) fährt und eine Gesamtreichweite von bis zu 1300 Kilometern offerieren soll. Der 52-Liter-Autogastank liegt in der Reserveradmulde. Verbrauch: 8,1 Liter CO2-arm verbrennendes Autogas zum Discount-Preis von nur rund 0,62 Euro pro Liter.

Polo Classic und Van-Version
Sportliches Gegenstück ist der auch im Juni startende Polo GTI: 6,9 Sekunden bis Tempo 100, bis zu 229 km/h fix. Unter der Haube tobt ein 180 PS starker 1,4-Liter-Vierzylinder, und auch der Preis ist heiß: 22.500 Euro.

Es gibt noch zwei Zukunftsthemen. So denken die Wolfsburger über das Comeback des Stufenheck-Polo Classic nach. Gebaut wird er im russischen VW-Werk Kaluga ohnehin, vorrangig für den osteuropäischen Markt und China. Startchance bei uns? 60 Prozent, ab 2011. Ähnlich diskutiert wurde der Polo Variant, also eine Kombiversion. Doch da es im Konzern bereits den Skoda Fabia Kombi und der neuen Ibiza ST gibt, wird nach 2012 eher ein Polo Van kommen – ein Gegner für den Opel Meriva.

Phaeton und Touran stark überarbeitet
Klassenwechsel und zurück ins laufende Jahr: Im Juli startet das modernisierte VW-Topmodell Neuer VW Phaeton kommt 2010 mit Facelift, Ende August der stark renovierte Kompaktvan Touran zum Kampfpreis von 21.750 Euro (Benziner mit 105 PS). Interessant: Ab Oktober gibt es auch den Touran wieder als Cross-Version.

Völlig neu: Sharan und Amarok
Dito der völlig neue Familienfreund Sharan, der in der Länge auf 4,85 Meter zugelegt hat. Erstmals mit zwei großen Fond-Schiebetüren, die sich auf Wunsch elektrisch per Fernbedienung öffnen lassen. Basispreis: unter 29.000 Euro. Die Motoren reichen von 140 bis 200 PS, schon im nächsten Jahr folgt die Allradversion. Noch wichtiger ist der neue Passat, der Ende November bei den Händlern steht – gleichzeitig als Limousine und Variant, viel edler als bisher und sechs Zentimeter breiter mit Motoren von 105 bis 200 PS. Auch die neue R-Version nimmt Züge an. Sie erhält den 340 PS starken Fünfzylinder-Turbo mit Ladeluftkühlung, der bereits im Audi TT RS für Dampf sorgt.

Und 2011? Der neue Jetta, rund 4,50 Meter lang, erscheint schon im Januar, der in Frontdesign und Technik verbesserte Tiguan folgt im Frühjahr. Im Herbst startet dann der Lupo-Erbe Up!, ein in Studien schon mehrfach gezeigter Stadt-Mini, der langfristig zur großen Modellfamilie ausgebaut wird. Viel schärfer ist der erste VW-Mittelmotor-Roadster, der uns ab 2012 das Geld, knapp 25.000 Euro, aus der Tasche locken will. Die dazugehörige Studie haben wir schon bewegt, den Bericht gab es in Heft 13/2009. Noch ein Spezialist gefällig? Der Pick-up Amarok wird in Argentinien gebaut und soll ab September zum Einstiegspreis von unter 23.000 Euro bei uns sein – passend für Handwerksmeister, Wildwest-Fans und alle Individualisten.
Wolfgang Eschment

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