Dieselmotor: Vor 100 Jahren starb Erfinder Rudolf Diesel Eine Idee zündet

30.09.2013

Der Dieselmotor revolutionierte die Motorentechnik und wurde zum Rückgrat der globalen Wirtschaft. Sein Erfinder Rudolf Diesel konnte die Auswirkungen nicht miterleben: Er starb vor 100 Jahren am 29. September 2013 - auf mysteriöse Weise

Als Rudolf Diesel vor 100 Jahren am 29. September 1913 starb, war seine größte Erfindung - der Dieselmotor - noch weit entfernt von den  heutigen High-Tech-Selbstzündern. Heute, zum 100. Todestag des Erfinders, steht der Dieselmotor für günstiges Fahren: Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) werden die Hälfte aller Pkw in Europa von einem Selbstzünder angetrieben. Laut den Zulassungsstatistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) steigt die Zahl der in Deutschlang zugelassenen Diesel-Fahrzeuge weiter an. Heute sind 12,5 Millionen Autos mit Dieselmotor unterwegs - eine Steigerung von 25 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006.

 

100. Todestag Rudolf Diesel - Motor mit Selbstzündung

Im Februar 1892 meldete Rudolf Christian Karl Diesel beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eine "neue, rationelle Wärmekraftmaschine" an. Die Idee, die hinter einem Motor mit Selbstzündung steckt: Die Luft wird allein durch das Zusammenpressen (Kompression) in einem Brennraum so weit erhitzt, dass sie sich beim Einspritzen des Kraftstoffs - anfangs noch Petroleum - entzündet. Die Idee war genial, jedoch keineswegs einfach. Die Umsetzung dieses Motors galt in der Ingenieurswelt als unmöglich: Kein Material würde dem hohen Druck standhalten können.

Diese Meinung darf man den Ingenieuren nicht verübeln. Selbst heute ist der Bau eines Dieselmotors mit einem gewaltigen technischen Aufwand und langwierigen praktischen Tests verbunden. Mithilfe computergestützer Entwicklungssoftware können heute Schwachstellen ermittelt sowie der Zündzeitpunkt und die Einspritzmenge genau bestimmt werden. Beim Dieselmotor ist höchste Präzision gefragt. Auch der genaue Druck, wird heute auf die tausendstel Sekunde bestimmt. Kurios: Obwohl Diesel damals nicht über derlei Messtechnik verfügte traf er genau den richtigen Wert - reiner Zufall.

Denn Diesel war Ende des 19. Jahrhunderts als einziger von seiner bahnbrechenden Erfindung überzeugt. Er fand schlichtweg keine Investoren. Einzig die Maschinenfabrik Augsburg (MAN) zeigt Interesse. Nachdem Diesel jedoch auf sein erstes Schreiben eine Abfuhr kassiert hatte setzte er im zweiten Versuch den Kompressionsdruck einfach deutlich herab. Ein radikaler Widerspruch zu seinen bisherigen Berechnungen, doch es funktionierte. Auch Alfred Krupp erkannte das gewaltige Potenzial dieses Motors und stieg als zweiter Geldgeber in das Projekt ein.

Im Februar 1893 erhielt Rudolf Diesel das deutsche Patent mit der Nummer 67207. Nur ein paar Monate später besserte er seine Erfindung nach und bekam ein Patent für eine "Verbrennungsmaschine mit veränderlicher Dauer der unter wechselndem Überdruck stattfindenden Brennstoffeinführung". 1897 lief der erste Dieselmotor mit 15 kW/20 PS und einem Wirkungsgrad von rund 26 Prozent. Ein Jahr später wurden die ersten Exemplare vom Lizenznehmer Maschinenfabrik Augsburg ausgeliefert. Und schon bald löste der energiesparende Motor die Dampfmaschine ab.

Ab 1903 liefen die ersten Schiffe mit Dieselmotor vom Stapel. Diesel reiste durch die ganze Welt um sein Patent zu verkaufen und wurde innerhalb eines Jahres zum Millionär. Sein Erfolg rief jedoch auch andere Interessenten auf den Plan. Kaiser Wilhelm II., der im Wettrüsten gegen die Seemacht England trotz stetiger Bemühungen keine Chance hatte, sah in diesem Motor die letzte Hoffnung. Diesels Motor wurde zur Schlüsseltechnologie beim Bau einer U-Boot-Flotte - und damit vom deutschen Militär als kriegsentscheidend angesehen.

Am 29. September 1913 fuhr Diesel auf dem Fährschiff "Dresden" über den Ärmelkanal. Sein Ziel: England. Am nächsten morgen war er spurlos verschwunden. Die genauen Todesumstände blieben ungeklärt.

Seine Erfindung wurde nach seinem Tod weiterentwickelt und auch für den Automobilbau interessant. Die Geschichte des Diesels im Auto können Sie hier nachlesen.

AUTO ZEITUNG

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